Rückzugsort Randbezirk?

[…] dann standen halt plötzlich so circa zwölf Neonazis vor der Tür und sind so zwei Stunden im Kiez rumgelaufen und haben versucht, das Projekt zu bedrohen und uns einzuschüchtern. 2023
haben wir gesagt, okay, wir finden es wichtig, hier eine Demo zu machen und wir benutzen dieses Ereignis als Datum. Deswegen machen wir jetzt immer am 1. Juli Wochenende eine antifaschistische Demo in Marzahn-Hellersdorf, um dort lang zu laufen, wo die Neonazis aktiv sind, wo sie wohnen und um dort zu schauen, was sie machen. Und um ihnen zu zeigen, wir überlassen euch den Randbezirk nicht!

Jona, Ativisti aus Marzahn-Hellersdorf

Kontinuität rechter Gewalt: Angriffe auf Betroffene des Neukölln-Komplex

Die Vorfälle in Neukölln haben nie aufgehört. Regelmäßig kommt es zu Angriffen und Neonazi-Aktivitäten, Sticker-Aktionen, Flyer-Verteilungen und Propaganda der extrem rechten Kleinstpartei III. Weg. Betroffene des Neukölln-Komplex werden dabei explizit von Neonazis adressiert und bedroht. Ein aktueller Fall verdeutlicht die Systematik: In der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober 2024 wurden die Reifen am Auto des Rudower Buchhändlers Heinz Ostermann zerstochen. Das Auto war das einzige mit zerstochenen Reifen – ein gezielter Angriff zur Einschüchterung vor Ostermanns Aussage im laufenden Prozess.

Hier geht es zur Folge mit Heinz Ostermann: Gegen die rechte Großwetterlage!

Angriff auf junge Demonstrant*innen: Solidarität und Unterstützung

Marzahn-Hellersdorf entwickelt sich zum Hotspot rechtsextremer Umtriebe, sichtbar durch verstärkte Aktivitäten der Partei III. Weg im Bezirk. Wir sprachen mit Jona, Mitorganisator*in der „Nach den Rechten schauen“-Demo gegen Neonazi-Umtriebe in Marzahn-Hellersdorf. Themen waren die Kontinuität rechter Gewalt, warum Strukturen aus dem Neukölln-Komplex weiterhin aktiv sein und wie Aktivisten in Randbezirken mit knappen Ressourcen unterstützt werden können. Es ging dabei auch um einen sehr schlimmen Angriff auf junge Menschen, die auf dem Weg zur Demo waren, und wie die Betroffen aufgefangen und unterstützt wurden.

Weitere Informationen:

Hier findet ihr das Skript zur Folge:

Skript „Rückzugsort Randbezirk?“ mit Jona, Ativisti aus Marzahn-Hellersdorf.